Recherche: Gefälschte Studien für Medikamente

Mutmaßlich gefälschte Studien: ein schwerwiegender Verdacht. Doch damit haben sich monatelang die für die Sicherheit von Medikamenten zuständigen Behörden in Europa beschäftigen müssen. Etlichen Arzneimitteln droht nun ein Verkaufsstopp. Ein indisches Unternehmens, das im Auftrag von vielen großen Pharmakonzernen arbeitet soll bei den Studien gepfuscht haben. Nun folgen erste Konsequenzen: Das BfArM teilte heute mit, es werde betroffenen pharmazeutischen Unternehmen das Ruhen der Zulassung anordnen. Das bedeutet, dass die Arzneimittel so lange nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen, bis der Zulassungsinhaber neue Studien vorlegt.

Das ganze Ausmaß ist noch nicht abzusehen. Möglicherweise könnten europaweit Hunderte Zulassungen von Medikamenten betroffen sein. Allein in Deutschland prüft die Behörde derzeit nach aktuellem Stand 176 Zulassungen von 28 pharmazeutischen Unternehmen. Darüber hinaus laufen Untersuchungen bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA und auf nationaler Ebene in allen anderen EU-Ländern. Laut einer Pressemitteilung der EMA haben sich nun mehrere EU-Staaten entschlossen, die Zulassungen für Medikamente zurückzuziehen. Auf deutscher Seite sei das Prüfungsverfahren noch nicht abgeschlossen, teilte das BfArM mit. Erst nach Abschluss des Verfahrens könne die Gesamtzahl der Suspendierungen und die davon betroffenen Unternehmen genannt werden.

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