Artikel für Süddeutsche Zeitung: Tödliche Lacke

Für den Rechercheverbund von NDR, WDR und SZ bin ich in die Niederlande gefahren und habe mit erkrankten Arbeitern in Brunssum gesprochen. Der Verdacht: Über Jahrzehnte haben die Männer ohne ausreichende Schutzkleidung mit giftigten Lacken gearbeitet. Nun sind viele von ihnen schwerkrank. Die Recherche ist auf Tagesschau.de und auch in der Süddeutschen Zeitung gedruckt worden.

Mit 50 Jahren ein alter Mann

Irgendetwas stimmte nicht, das wusste Tony Lammers. Immer war er erkältet, und als ihm plötzlich Blut aus Mund und Nase lief, ging er ins Krankenhaus. Bläschen waren in der Lunge geplatzt. Inzwischen ist sein ganzer Körper voller Schmerzen, voller Entzündungen. Er schläft nicht mehr und er leidet unter einer Autoimmunkrankheit, die seine Blutplättchen angreift. Tony Lammers sieht fahl aus, seine Haut ist faltig, es ist das Gesicht eines alten Mannes. Eines alten Mannes, der gerade einmal 50 Jahre alt ist.

US-Militär schickte kaputte Fahrzeuge nach Brunssum

Lange wusste Lammers nicht, warum er so krank wurde, inzwischen hat er einen starken Verdacht, und der hat mit seiner Arbeit zu tun. Für das US-Militär hat Lammers im niederländischen Brunssum nahe Aachen Kriegsfahrzeuge aufbereitet, unter anderem für die Golfkriege und für die Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Panzer, Lkw, Jeeps – sie alle hat Tony Lammers repariert, die Farbe abgestrahlt und neu lackiert. Süßlich habe die Farbe gerochen, und zugleich scharf, der Geruch hing in seinen Poren und in seinen Haaren.

Hunderte schwer krank – tödliche Lacke?

In strukturschwachen Gegenden sollte die Panzerreinigung gute Arbeit bringen. Doch seit Kurzem ist klar, dass diese gute Arbeit nicht nur Lammers, sondern möglicherweise Hunderte Menschen schwer krank gemacht hat. Denn sie sind über Jahre mit gefährlichen Stoffen in Berührung gekommen – ohne ausreichenden Schutz, und mit dem Wissen ihres Arbeitgebers.

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